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KYRILL

Manche Tage in der SLUB sind schon sehr seltsam. Heute war wieder einer dieser seltsamen Tage. Einerseits weil mir sich mir eine Erkenntnis offenbarte über die ich mir schon seit Anbeginn meiner SLUB- Karriere Gedanken machte, und andererseits, weil die SLUB doch ein Eigenleben hat und die Schwingungen und tiefsten Gefühle ihrer Insassen erkennt und sich nach ihnen richtet.

Die Erkenntnis des heutigen Tages bezieht sich auf die etwas eigensinnige und vielerorts unverstandene Architektur unserer SLUB. Der oberirdische Teil beherbergt ja lediglich die Schließfächer, Foyer, BiBLounge und den Pförtner. Das eigentliche Leben spielt sich ja nicht zu ebener Erde ab, sondern beginnt mit dem Abstieg in die SLUB- Unterwelt. Auf zwei unterirdischen Geschossen geht Tag für Tag das Wissen, die Weisheit, die Macht umher. Hier trifft Bücherwurm auf Verzweiflungslerner, Elitestudent lernt und arbeitet neben Partyanimal. Aber wozu dieser ganze architektonische Aufwand, wieso müssen wir unter die Erde, wieso können wir nicht oberirdisch Lernen? Über diese Frage habe ich mir schon so viele Gedanken gemacht und heute, quasi von Kyrill in mein Hirn gepustet, wurde mir der Grund für all die Mühen klar. Es geht dabei um unsere Sicherheit! Ganz einfach. Wo sind wir Studenten sicherer als unterirdisch? Was soll uns 20 Meter unter der Erde passieren können, wenn Atombomben, umherfliegende Autos oder tieffliegende Flugzeuge die intellektuelle Elite, Deutschlands Zukunft, zerstören wollen.

Dort sind wir nun nicht nur vor den oben genannten Gefahren sicher, nein auch diverse Umweltkatastrophen lassen uns da unten eiskalt.

So heut der Sturm "Kyrill", welcher mit einiger Macht durch Deutschland fegte und Blattwerk, Kaugummis und Straßenbahnen vom rechten Weg abbrachte. Ich fühlte mich in meinem SLUB Keller richtig geborgen, denn man ist dort ja von allem total angeschnitten und bekommt von allen äußeren Veränderungen, wie den Tageslichtwechsel, Lady Dies Tod oder fiesen, gemeinen Terroranschlägen fieser, gemeiner Terroristen rein gar nichts mit. Und das ist auch gut so, denn man geht ja schließlich in die SLUB um von der Umwelt abgeschottet zu arbeiten.

Leider lag ich mit meinen Ideen und Gedanken was die studentische Sicherheit angeht nicht ganz richtig, dass kann zum einen an meinen etwas wirren Gedankengängen oder aber auch schlicht und ergreifend an den Planern dieses Wissenstempels liegen. Denen ist es nämlich total egal, ob wir sterben oder nicht. Eiskalt wurden wir heut auf die Straße gesetzt. Und das bei Orkanboehen von 2590 Km/h

Aber mit dieser Aktion komme ich dann quasi zu meiner Theorie von der Eigenständigkeit der SLUB beziehungsweise Ihrer Fähigkeit die Gedanken und Gefühle von uns, also ich glaub bisher nur die meinigen, aufzunehmen und zu verarbeiten. Denn genau in dem Moment der Durchsage ging ein tief gehegter Wunsch des heutigen Tages in Erfüllung. Ich durfte nach Hause, ohne schlechtes Gewissen und ohne mir später Vorwürfe von meinen lieben Kommilitonen und Mitbewohnern anhören zu müssen. Woher wusste nun die SLUB von meinem Motivationstief, von meiner Lustlosigkeit von meinen geheimsten Gedanken? Hat sie sie schon am Eingang gescannt oder doch erst mit der Toilettenlüftung in sich aufgesogen. Anscheinend sind die Lüftungsschächte die Afferenzen der SLUB, die direkt zum Hirn, zum Herz, zum Geist der SLUB führen.

Diesem Gedanken nachzujagen erspar ich mir für heute und wünsche euch einen guten Abend, ohne umstürzende Bäume, umherfliegende Blumenerde oder hochwassergleichen Sturmfluten.

18.1.07 18:33
 


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