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Die Perfektion des SLUB- Schlafes

Ich sitze seit Stunden im Lesesaal, die Mittagszeit naht, und das haben mir nicht nur meine Augen beim halbstündlichen Kontrollblick auf die Lesesaal- Uhr bzw der stete Vergleich mit meinem Mobiltelefon verraten, Nein. Auch mein Magen meldet sich pünktlich zum Sonnenzenit mit mürrischem Knurren an. Und weil so ein Magen ja bekanntermaßen eine empfindliche Spezies und ich noch dazu ein sehr harmoniebedürftiger Wirth, folge ich seinem Ruf und schlendere gemütlich in Richtung Mensa- dem Nirvana meines Magens!

Dort angekommen ess ich dann lecker Mensaessen, das die Mensamuttis liebevoll auf einen eigens für mich zurück gestellten Teller klatschen, für 1,81€, und gehe satt in meine Tagesbehausung, die SLUB, zurück.

Was dann folgt ist eine Reaktion meines Körpers, die euch sicher nicht allzu fremd sein wird. Kaum habe ich den Lesesaal betreten und die aktuelle Seite meiner anspruchsvollen Fachliteratur aufgeschlagen schlägt es mich hinterrücks nieder und ich werde von einer Sekunde auf die Nächste hundemüde. Der physiologische Vorgang, der dieser Reaktion zu Grunde liegt, ist mir als Mediziner natürlich bekannt. Aber auch dieses Bewusstsein rettet mich nicht vor der unbändigen Macht des post- mensalen Mittagstiefs.

Was also tun? Aufspringen, 20 Kniebeugen machen und einen Kaffee trinken gehen? Nein! Also ich für meinen Teil tue das zumindest nicht. Ich erliege der Macht und widme mich meinem Mittagsschlaf. Und genau diesen Mittagsschlaf habe ich im Laufe meiner SLUB- Karriere perfektioniert, denn nichts ist schlimmer, als wenn die anderen SLUB- Insassen mich beobachten und sich gar angesteckt fühlen. Nein, das möchte ich nicht.

Ich habe 3 mögliche Formen des SLUB- Schlafes gefunden und eine 4., die aber bisher nur ich in der Lage bin, anzuwenden. Die 3 Hauptformen werden euch sicherlich geläufig sein, denn ich bin ja definitiv nicht die einzige, die in den Heiligen Hallen ein Nickerchen macht.

Also, 1. die Hinterhaupts- Tetanie

Dabei handelt es sich um die rhytmischen Zuckungen der Halsmuskulatur, die sich wiederrum auf den Kopf übertragen und meist zu beobachten ist, wenn man in aufrechter Sitzposition versucht ist, einzuschlafen. Dieses schreckhafte Zucken des Kopfes ist immer wieder ein deutliches Indiz für den wachen Studenten, dass der Nebenmann (-frau) gerade am wegpennen ist. Für meine Bedürfnisse daher sehr unpassend, da ich ja in Ruhe und nicht unter ständiger Beobachtung schlafen möchte.

2. Der Bücherstapelschlaf (= Das Bücher-Kissen)

Auch diese Form des Schlafes zeichnet sich besonders durch seinen hohen Erkennungswert als schlafender Student aus. Denn, wer kann bitte konzentriert eine Seite des Buches Studieren, das zum einen zugeschlagen und zum anderen in unmittelbarer Nähe, also mit Körperkontakt verbunden, lateral der buccalen bzw temporalen Gesichtszüge. befindet? Es ist wohl eindeutig, dass sich der erschöpfte Student mit letzter Kraft  einen Bücherstapel als Kopfablage (=Bücherkissen) gebaut hat, auf dessen Höhe er nun ruht. Einzig positiver Nebeneffekt dieser Schlafform könnte der sein, dass sich das auf die Seiten des Buches gebannte Wissen, auf dem der Kopf, und in ihm das Gehirn, ruht, nun direkt mit dem Hirn verschaltet, ohne den verlustreichen Weg über das visuelle System zu nehmen.

 3. Die SLUB- Sofas

Die 3. Hauptform des SLUB- Schlafes findet außerhalb vom Lesesaal und abseits von Arbeitstischen auf den wunderbaren Sofas rund um den Lesesaal herum statt. Einfach hinlegen, Schuhe aus, Beine hoch und Augen zu. Als Alibi nimmt man noch ein Buch mit, damit wenigstens der Anschein gewahrt wird, dass es sich bei der SLUB um den Tempel der Weisheit und nicht um eine Chill-out-Lounge handelt. Problem bei dieser, wie auch schon bei den vorher beschrieben Schlafformen, ist ihr hoher Erkennungswert. Wer mit Langen Beinen, geschlossenen Augen und in völliger geistiger Abweenheit auf dem Sofa lümmelt, tut genau eine Sache: Schlafen!

Mir aber ist es jedoch  eine sehr unauffällige, und nur bei sehr genauer Betrachtung erkennbare, Form des Schlafes gelungen.

Der Greilingsche SLUB Schlaf. Wenn ich nun also von der Müdigkeit übermannt werde, setze ich mich nochmal aufrecht hin, ziehe mein Lehrbuch an die Kante und bringe beide Hände in eine Buchhalteposition. Der Kopf wird in einer ungefähren Leseposition, diese lässt sich besonders leicht finden, in dem man einfach ein paar Zeilen liest, und dabei die Augen schließt, einnimmt. In dieser Position gelingt es mir nun auszuharren und meinen Mittagsschlaf zu zelebrieren. Nur aus der Nähe lässt sich erkennen, dass ich nicht, wie vom Beobachter angenommen, lese sondern ganz frech schlafe. Genau in dieser Position bleibe ich dann ca eine halbe Stunde oder länger und beim Erwachen habe ich meinen Blick gleich wieder auf die richtige Seite gerichtet. Wichtig ist noch die Beinhaltung. Ich habe mehrere Möglichkeiten ausprobiert und die entspannteste ist die der langen Beine. Soll heißen, einfach die Beene lang unterm Tisch ausstrecken.

So, nun viel Spaß beim üben, und wenn ihrs drauf habt, werd ichs ja erkennen! ;-) 

16.1.07 19:54
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


schlosser (16.1.07 22:15)
ICH MUSS LAUT LACHEN- SEHR SCHÖN!

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